Ein Gemeinschaftsprojekt von aktion tier und dem Verein Tierheim Meißen Winkwitz e.V.

Reptilienstation im Tierschutzzentrum 'aktion tier Meißen'

Chamäleon in der Reptilienstation der Tierschutzzentrums 'aktion tier Meissen'. Foto: © Ursula Bauer
Viele der Tiere in der Reptilienstation dürfen nicht mehr vermittelt werden. Foto: © SaBo
 
 

Im Laufe der Jahre wurden immer mehr Reptilien bei uns im Tierheim in Meissen abgegeben. Da die Tiere alle artgerecht unterbracht und versorgt werden müssen, war es bald dringend notwendig, solch eine Station zu bauen. Innerhalb eines halben Jahres wurde die Station mit Hilfe von aktion tier - menschen für tiere e.V. errichtet. Einige Jahre später, in 2016, haben wir die Station dann komplett renoviert und umgebaut.

Warum werden so viele Reptilien abgegeben?

Die Haltung eines exotischen Tieres liegt leider nach wie vor im Trend. Viel zu viele Leute halten sich leider Reptilien, ohne über deren Bedürfnisse Bescheid zu wissen oder sie artgerecht unterbringen zu können. Oftmals werden die Tiere auch ganz klein und für billig Geld gekauft und es wird sich nicht ausreichend über die Art informiert. So ist die kleine hübsche Schlange ist dann schnell 5 Meter lang und die süße Wasserschildkröte ist "plötzlich" so groß geworden, dass sie sich kaum noch im 40 Liter Aquarium drehen kann. Oft werden solche Tiere dann ausgesetzt und wenn sie "Glück im Unglück" haben, bringt sich jemand zu uns ins Tierschutzzentrum. 

Die große Anzahl an Reptilien in unserer Station rührt außerdem daher, dass viele Tierheime kaum in der Lage sind, solche Reptilien überhaupt aufzunehmen. Gerade in Sachsen ist es schwierig, vor allem große Tiere unterzubringen. 

Umfangreiche Ausstattung

Im Tierschutzzentrum aktion tier Meissen haben wir mehrere Großterrarien sowie Kleinterrarien für die Bedürfnisse verschiedener Tiere. Von Regenanlagen über UV-Licht ist alles vorhanden, was exotische Tiere benötigen. Zudem gehört zu unserer Station eine Schauanlage mit fünf großen Terrarien, die jedoch zur Ausstellung 'Artenschutz & CITES' gehören und von Schulklassen im Rahmen des Artenschutz-Unterrichtes besucht werden können. Quarantäne- und Krankenbereiche sind ebenfalls vorhanden und gerade für gefundene Tiere von großer Bedeutung!

Sollten einmal Reptilien zu uns gebracht werden, die besonders giftig sind oder denen wir keine angemessene Unterbringung bei uns bieten können, haben wir im Rahmen des weitreichenden Netzwerkes von aktion tier e.V. die Möglichkeit, die Tiere dort unterzubringen. So arbeiten wir bei Gifttieren zum Beispiel mit der Reptilienstation Brandenburg zusammen, die in der Lage ist, besondere Reptilien unterzubringen.

Hinweise zur Aufnahme von Reptilien

Sofern es sich hierbei um Tiere der Anhänge A und B der EG-Verordnung 338/97 und 939/97 handelt, brauchen diese gültige EG-Dokumente (Anhang A) oder einen lückenlosen Herkunftsnachweis (Anhang B) bis z.B. zum Züchter (Züchterbescheinigung) bzw. eine Kaufbescheinigung des Zoofachhandels. Handelt es sich um legal importierte Tiere, so muss dieser Herkunftsbeleg die Importnummer (E-Nummer) beinhalten. Dies gilt ebenso für Arten, die in der Bundes-Artenschutz-Verordnung (BArtSchV) als besonders (BG b) oder streng geschützt (BG s) klassifiziert sind, aber auch die Arten der FFH-Richtlinie und für sogenannte Faunenverfälscher-Arten (z.B. Zierschildkröten). Bei Fundtieren, aber auch nur allzu oft, bei Tieren aus privaten Abgaben oder Tierschutzfällen fehlen diese Belege jedoch, wodurch die betreffenden Tiere illegal werden. Die Vermittlung dieser Tiere an Dritte ist nicht erlaubt. Diese Tiere werden durch die zuständige UNB eingezogen und nur durch diese an Zoologische Einrichtungen weitergegeben. Unsere Station nimmt keine Tiere aus privater Hand auf, wenn die o.g. Papiere nicht vorliegen,desweiteren müssen durch den Abgeber die Kosten der Unterbringung übernommen werden.

Foto: © aktion tier e.V./Bauer

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